22.02.2015 15:39

Auf der Suche nach Wasyl Sydorczuks Kindern in Illinois/USA

Gefunden hat sie ihn, den Vater! Doch umarmen konnte sie ihn nicht mehr - Wasyl Sydorczuk verstarb am 28.Mai 1996 in Illinois/USA.

Ihr Vater - Wasyl Sydorczuk – auch Wasil Sidarcuk – auch Wasil Sidorzuk, wurde am  25. März 1922 in der Ukraine geboren und verstarb am 28. Mai 1996 in Illinois/USA. Er war zuletzt wohnhaft in 60181 Villa Park – Du Page, Illinois, USA

Doch in Frau Rosa Koch lebt die Hoffnung fort, zumindest weitere Kinder Ihres Vaters,  welcher als ehemaliger ukrainischer Besatzungssoldat in Salzburg/Ö stationiert war, zu finden.

So weiß sie von der Existenz zweier Halbschwestern, die möglicherweise in Illinois/USA leben. Sie wünscht sich nichts sehnlicher, als ihre Halbschwestern Mary und Janit Sydorczuk zu finden.

Informationen zu den weiteren Kindern finden sich in einer Todesanzeige

Einige Erinnerungen an ihren Vater hat sich Frau Koch durch Fotos und Briefe bewahrt:

 

        

Übersetzungen von Briefen

Brief - 8. 9. 1948

Liebe Anni,

ich lebe und bin gesund. Ich habe deine zwei Briefe erhalten von meinen Kameraden. Ich bin drei Monate nicht in Frankreich gewesen. Ich bin in Spanien gewesen und jetzt am 1. September ich komme nach Frankreich. Als ich von meinen Kameraden deine zwei Briefe von dir und meiner kleinen Rosi bekommen habe, war ich lustig. Meine Rosi kann schon laufen und bissi sprechen. Liebe Anni, ich will meine kleine Rosi sehen aber kann noch nicht. Aber ich glaube, ich kann mein Kind bald sehen, und wenn kein Krieg kommt, dann ich anderes  Jahr in Osten, muss kommen nach Österreich. Ich habe noch 5 Monate Kontrakt, dann muss fertig machen.

Liebe Anni, ich wieder arbeite in Fabrik, aber keine Lust in Frankreich , nicht gute Luft ……Fabrik, aber muss noch bleiben kurze Zeit.

Liebe Anni, wenn Du meinen Brief kriegst, musst du mir gleich retour schreiben  und schicken Foto von meiner kleinen Rosi. Ich muss sehen und schreiben viel , wie geht es in Österreich, gut oder nicht „viel nach Ukraine ist alles schreiben von mir allem“.  Herzlichsten Grusse und du und Rosi bleibt gesund

Auf Wiedersehen ….

----

Brief vom 31.1. 1948

Liebe Anni,

ich lebe und bin gesund, ich jetzt in Frankreich. Anni, ich lebe nicht schlecht und nicht gut.

Anni , ich viel denken an meine kleine Rosi und an dich. Anni ich will gleich sehen die kleine Rosi.  Anni ich muss jetzt noch warten und bleiben in Frankreich. Wenn bis Sommer kein Krieg kommt, dann vielleicht komme ich zu dir und zu meiner kleinen Rosi. 

Anni du musst gleich schreiben großen Brief, alles schreiben von Rosi, ob sie gesund ist, und was sie macht, kann sie schon gehen oder sprechen.  Alles schreiben, was ist neu in Österreich. Anni wann du diesen Brief nicht verstehen oder lesen kannst, dann gib ihn Juli zu lesen. Anni besser, wenn du ihn selber liest. Du musst verstehen  Latein zu lesen.  Du weißt, ich verstehe nicht gut deutsch zu schreiben.

Mein Gruß Mutti, an deine Anni, Tresi, Maryli, Michal und Ili? und alle meine Bekannten.

Du Anni und meine kleine Rosi bleibt gesund und  …… alles Gute   Vasyl

-------------------------------

EINE WUNDERBARE ERFOLGSGESCHICHTE

Ich bin im Februar 1947 in Oberndorf b.Salzburg als sogenanntes “Besatzungs- bzw.  Kriegsfolgenkind”  zur Welt gekommen. Mein Vater Wasyl Sydorczuk war gebürtiger Ukrainer und hat auf dem Bauernhof meines Onkels gearbeitet und dort meine Mutter kennengelernt.  Mein Onkel war sehr gegen diese Verbindung; mein Vater musste auch den Bauernhof verlassen und hat dann in der Nachbargemeinde eine Arbeit gefunden. Gegen Ende des Jahres 1947 hat er dann Österreich in Richtung Frankreich  verlassen. Ich wuchs mit meiner Mutter, die nie geheiratet hatte, und meiner Tante und deren Tochter auf. Meine Tante hat mich betreut, während meine Mutter zur Arbeit ging.  Sie war die einzige, die mir vom Vater erzählt hatte.  Ich hatte sie jedoch nie weiter befragt, ich spürte, dass mein Vater, besonders auch bei meiner Mutter ein absolutes Tabuthema war. Ich wusste auch lange nicht, ob er Zwangsarbeiter, Kriegsgefangener oder Deserteur der Roten Armee gewesen war.

Ich hatte die meiste Zeit meines Lebens den Gedanken an meinen Vater verdrängt; es gab zu dieser Zeit auch sehr viele Kriegswaisen, die ohne Vater aufwuchsen. Nach dem Tod meiner Mutter im Jahr 1993 habe ich in ihrem Nachlass 1 Passfoto sowie zwei Briefe meines Vaters aus Frankreich gefunden. In diesen hat er sich sehr liebevoll nach mir erkundigt. Im zweiten Brief schrieb er, dass er die Absicht hätte, nach Ablauf seines Arbeitskontraktes in Frankreich bzw. in fünf Monaten zurück in den Osten zu gehen und vorher noch nach Österreich zu kommen.

Zu dieser Zeit war ich sehr mit meiner eigenen Familie beschäftigt und es war mir nicht in den Sinn gekommen, nach ihm zu suchen.

Erst 2007 durch die Sendung “Am Schauplatz” mit Reinhard Heninger kam in mir der Wunsch auf, auch nach meinen Wurzeln zu suchen. Leider waren zu diesem Zeitpunkt bereits alle Menschen verstorben, die etwas über ihn gewusst haben können.

Mein erster Versuch über das Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgen-Forschung,  einen Suchaufruf bei der russischen Sendung Schdi menia (=Warte auf mich) zu machen, gelang aus irgendwelchen Gründen nicht. Als nächstes versuchte ich aus den verschiedensten Archiven weitere Angaben über meinen Vater zu erhalten. Aus einer Meldebestätigung des Gemeindeamtes in Göming (wo er später gearbeitet hatte), erfuhr ich endlich sein Geburtsdatum und seinen Geburtsort. Aufgrund dieser Angaben  stellte ich weitere Suchanfragen, und zwar

  • beim Zukunftsfonds (dieser verwaltete die Daten der Zwangsarbeiter),falls er Zwangsarbeiter gewesen war,
  • bei “Coeurs sans frontiéres /Herzen ohne Grenzen zur Suche in Frankreich
  • ITS Arolsen – Internationaler Suchdienst in Deutschlad
  • Österr. Rotes Kreuz
  • VKSVG e.V. Verein zur Klärung von Schicksalen Vermisster und Gefallener – Frau Ursula Neuhold.

Aus meinem Pflegschaftsakt, der noch existierte, erhielt  ich vorerst  keine weiteren Auskünfte. Erst als ich mich an die Volksanwaltschaft gewandt hatte, erhielt ich nochmals einen Termin zur Akteneinsichtnahme.  Dabei erfuhr ich, dass eine Notiz  aus dem Jahr 1954 existierte, wonach mein Vater in die USA ausgewandert war und zwar nach Illinois. Ich verständigte von dieser neuen Sachlage alle Suchdienste und ersuchte auch Frau Ute Baur-Timmerbrink vom GI – Trace um Hilfe. Auch ich selbst habe  viele, jedoch bis dahin erfolglose Nachforschungen im Internet angestellt.

Kurz vor Weihnachten 2014 kam der Durchbruch: ich erhielt vom Roten Kreuz einen Auszug aus dem amerikanischen Sterberegister. Es konnte eine Person ausfindig gemacht werden, deren Daten (Geburtsdatum, Geburtsort) genau mit meinem Vater übereinstimmten. Lediglich der Name wurde anstatt Sidorczuk mit  Sydorczuk  angegeben. Diese geringfügige Namensänderung dürfte bei der Einwanderung nach Amerika erfolgt sein. Dies wird auch der Grund gewesen sein, warum alle vorherige Eingaben bei Suchmaschinen keinen Erfolg brachten, weil bereits der zweite Buchstabe des Namens nicht gestimmt hatte.

Bei meinen weiteren Versuchen, etwaige Verwandte zu finden, konnte ich vorerst von einer örtlichen Bibliothek in Illinois einen Scan seiner Todesanzeige bekommen, wonach er drei Töchter hatte.

Nun hatte ich die Namen meiner Halbschwestern und habe letztendlich durch einen kostenpflichtigen amerikanischen Suchdienst die Adressen meiner Schwestern bekommen.

Wir haben bereits Fotos ausgetauscht (ich hatte ja ein Passfoto meines Vaters); es war ihnen auch bekannt, dass er vorher in Frankreich gewesen war – somit ist bestätigt, dass die verstorbene Person mein Vater war. Meine Schwestern – sie sind erst 50 und 51 Jahre alt – haben mich sehr freudig und liebevoll aufgenommen; sie haben mir viel über meinen Vater erzählt. Viele seiner Eigenschaften und Begabungen kann ich bei meinen Kindern und Enkelkindern feststellen. Vater hatte jedoch nie darüber gesprochen, dass er eine Tochter in Österreich hat. Meine Schwestern bedauern dies sehr, denn wir hätten uns ja bereits viel früher kennenlernen und ich auch meinen Vater noch zu seinen Lebzeiten sehen können. Meine Schwestern haben mich bereits nach Amerika eingeladen – wir werden uns sicher in nächster Zeit – entweder in Amerika oder Europa treffen.”

 

 

 

 

 

—————

Zurück


Kontakt

www.abgaengig-vermisst.at


Neuigkeiten

09.06.2018 11:24

Buchpräsentation „Österreich – Russland. Stationen gemeinsamer Geschichte“

Am Freitag, 25. Mai 2018 wurde im Russischen Kulturinstitut in Wien das Gemeinschaftswerk der...

Weiterlesen

—————

Alle Artikel

—————


Schlagwörter

Die Schlagwörterliste ist leer.



Angehörigensuche

25.05.2018 20:35

Neffe Friedrich gesucht - dessen Mutter war in Absam/Tirol Köchin

Wieder einmal versuchen wir, die Nadel im Heuhaufen zu finden! Wir wissen leider nicht viel, bloß: Herta St. sucht nach ihrem Neffen Friedrich. Er müsste nun etwa 40-45 Jahre alt sein. Seine Mutter war Köchin in Absam/Tirol und heißt Monika.  Sie hat noch eine Tochter mit Namen Michaela. Der...

Weiterlesen

—————

13.05.2018 16:30

Sohn sucht Vater - Heinz Helmut Hoffmeister oder Hofmeister - gesucht!!!

Der Gesuchte war als Erntehelfer und Waldarbeiter bei Familie Eder vulgo „Hopfnerbauer“ in Rinn bei Innsbruck/Tirol - wahrscheinlich in den Jahren 1943/1944/1945 - tätig. Auf jeden Fall aber im Dezember 1944, weil am 30.09.1945 der suchende Sohn in Innsbruck geboren wurde. Der Gesuchte stammt aus...

Weiterlesen

—————

06.05.2018 15:09

Im Krieg vermisst - Tochter sucht Vater

Seit 18. März 1944 wird Uffz. Siegfried Haas nach einem russischen Panzerangriff vermisst. Das schrieb am 18. Mai 1944 die 1. Batterie Beobachtungsabteilung 21 an die Mutter des Vermissten. Heute fragt sich die Tochter des Vermissten immer noch: Was geschah mit meinem Vater?

Weiterlesen

—————

11.03.2018 18:54

Salzburg - Jugend- und Brieffreund gesucht

Vor ca. 30 Jahren – vielleicht auch ein bisschen mehr –war Frau Helene H. mit einer Jugendgruppe aus Osttirol unter Leitung von Pater Wolfgang Heiss in Salzburg. Dort lernte Frau Helene Herrn Alois Radauer aus Thalgau (Salzburg) kennen. Es bestand langer Briefkontakt, der irgendwann abriss. Bislang...

Weiterlesen

—————

11.03.2018 13:31

Opas Nachkommen gesucht - Opa Josef Vetrovsky wohnte in Wien und wurde 1959 auf dem Wiener Südwest Friedhof begraben

Enkelin Martina Hummel, geborene Spurny versucht ihr Glück – vielleicht helfen diese Zeilen, damit Menschen wieder zusammen finden! Großvater Josef Vetrovsky (Schreibweise kann variieren) wurde am 3.1.1890 irgendwo in Tschechien (Gebiet der ehemaligen Tschechoslowakei) geboren. Er kam später nach...

Weiterlesen

—————

12.02.2018 16:39

Angehörigensuche: Mireille sucht nach ihrer Tante Elena MELISOVA

Mireille war mit Unterstützung unseres Vereins auf der Suche nach ihrem Patenonkel. Er konnte gefunden werden, ist jedoch leider bereits verstorben. Im Laufe der Suche nach ihrem Patenonkel meldete sich die Hebamme (Fr. LEV) die bei der Geburt von Mireille dabei war. Über den Kontakt mit Fr. LEV...

Weiterlesen

—————

08.01.2018 19:36

Jeannette sucht ihre Halbschwester

Jeannettes Botschaft an ihre Halbschwester: Liebe unbekannte Halbschwester! Ich weiß nicht viel über dich. Du wurdest nach 1959 geboren in Österreich. Deine Mutter hatte mittelblonde Haare und ist Sternzeichen Stier. Sie hatte eine Freundin, die keine eigenen Kinder bekommen konnte. So hat deine...

Weiterlesen

—————

12.12.2017 16:39

Angehörigensuche - Manfred LORENZ sucht nach Vorfahren

Manfred LORENZ (geb. 09.10.1955 in Wien) ist auf der Suche nach Vorfahren väterlicherseits.  Bekannt sind folgende Daten: Vater: Ernst LORENZ (geb. 27.3.1911, in Wien) Großvater: Leopold Rudolf LANZ (geb. 06.09.1888, in Wien), Großmutter: Marie LORENZ Urgroßvater: Anton LANZ (geb. 25.05.1842...

Weiterlesen

—————

17.09.2017 15:29

Irene sucht ihren Vater

Liebe Leserin, lieber Leser Das Leben zeigt sich in sehr vielfältiger Weise - manchmal schön, manchmal nicht so schön! Im Folgenden möchten wir die Zeilen einer Frau veröffentlichen, die nach ihrem Vater sucht. Es existieren keine Fotos oder andere weitere sachdienliche Informationen. Den...

Weiterlesen

—————

03.08.2017 15:54

Angehörigensuche - Karl Schuh

Frau Margarita Mayerhofer ist auf der Suche nach ihrem Großvater bzw. Angehörigen. Gesucht wird ein Herr Karl Schuh mit Abstammung aus Kärnten (beide Informationen sind lt. der Suchenden nicht ganz sicher) bzw. Angehörige von ihm. Der Großvater (Karl Schuh) war im Zeitraum Ende 1942 bis Anfang...

Weiterlesen

—————