31.01.2015 13:52

Samstag, der 24. Jänner 2015 – Wien 6 – Naschmarktlokal „Zur Sopherl“

Zum ersten Mal hatten meine Gattin und ich die Gelegenheit, an einem Treffen von „Russenkindern“ teilzunehmen. Begonnen hat alles mit meinem Buch, der Schaffung der Homepage und der dabei entstandenen Kontakte.

Was uns erwartete? Eine Gesellschaft von Menschen, deren Erzählungen tief in Herz und Seele drangen. DANKE, für dieses beeindruckende Erlebnis!

Im Folgenden ein Bericht der Initiatorin dieses Treffens, Frau Eleonore Dupuis. Mögen sich diese Berichte in Zukunft vermehren und vermehren und………………

Liebe Wurzelkinder und deren Freunde!

Ich glaube, ich übertreibe nicht, wenn ich sage, es war ein fröhliches, gelungenes Treffen gestern.

Das Lokal war gemütlich, vor allem aber war es die zahlreiche Anwesenheit von Betroffenen und Interessierten, die das Gelingen ausgemachte. Insgesamt kamen elf Befreiungskinder, manche in Begleitung, außerdem Hans Hagenhofer, Christian Mader, beide mit Gattin, und Erich Liaunigg, mein Verleger. Dass er sich Zeit nahm, uns kennenzulernen, freute mich besonders. Insgesamt 19 Personen!

Es gab wie immer vieles zu erzählen und auszutauschen. Diesmal berichtete Christian Mader von seiner Web-Suchseite, und wie er von der Suche nach vermissten Personen im Allgemeinen über Elisabeth Fleischmann auf uns Besatzungskinder gekommen ist. Er wünscht sich, dass möglichst viele Menschen auf dieser Internet-Seite miteinander kommunizieren.

Hans Hagenhofer stellte sein Buch „Eine Bucklige Welt“ vor. Einige von uns kannten es schon, da wir bei der Präsentation mit einer Gesangseinlage vertreten waren. Die Schicksale der interviewten Personen (darunter auch zwei Besatzungskinder) während der Kriegs- und Nachkriegszeit in diesem Buch sind erschütternd und auch heute wieder aktuell.

Aus Zeitmangel konnten nur zwei Besatzungskinder ihr Schicksal erzählen. Das war diesmal Rosi Koch, die aus Salzburg da war und erst kürzlich die Spur ihres ukrainischen Vaters in den USA gefunden hat. Sie hofft, bald in Kontakt mit ihren dort lebenden Halbschwestern zu kommen.

Dann erzählte noch Elisabeth Fleischmann ihr bewegtes Leben und die Suche nach dem französischen Vater. Durch eine außergewöhnliche Reihung von Zufällen hat sie schließlich ihren Halbbruder in Frankreich gefunden. 

Trotz allem, was uns verbindet, ist jedes Leben ein Sonderfall mit spannenden Details. Jeder von uns hat die Abwesenheit des Vaters anders erlebt. Ich glaube, Herr Liaunigg hat nun einen kleinen, lebendigen Einblick in unsere Geschichten bekommen.

Wir sind wieder einmal glücklich über unsere Freundschaft auseinandergegangen. Am 9. Mai planen wir Russenkinder, uns gemeinsam am Schwarzenbergplatz unter die Feiernden zu mischen.

Mit lieben Grüßen und allerbesten Wünschen

Eleonore

 

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